15.01.2014 Pay-as-u-Drive-Versicherungen mit Potenzial

  • Rund jeder elfte Autobesitzer interessiert sich für individuelle Tarife
  • Zwei Drittel stehen dem System bislang aber noch skeptisch gegenüber
  • Nur wenige haben Datenschutz-Bedenken

Berlin, 15. Januar 2014 - Autoversicherungen, bei denen sich die Höhe des Tarifs am Fahrverhalten orientiert, haben offenbar Potenzial. Jeder elfte (9 Prozent) Autobesitzer hat konkrete Pläne, in einen solchen Tarif zu wechseln oder er hat bereits eine solche Versicherung abgeschlossen. Mehr als jeder fünfte Versicherungsnehmer (22 Prozent) bemängelt aber ein Informationsdefizit, so dass er nicht entscheiden kann, ob ein solcher Tarif für ihn in Frage kommt. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom ergeben. „Moderne IT im Fahrzeug bietet die Möglichkeit, Versicherungstarife individueller und damit auch gerechter zu gestalten“, sagt Johannes Weicksel, Verkehrs-Experte beim Bitkom. Rund zwei Drittel der Autobesitzer (69 Prozent) stehen Pay-as-u-Drive-Tarifen allerdings skeptisch gegenüber. 41 Prozent erscheint die Versicherung zu kompliziert, 17 Prozent bemängeln, dass man bei den bisher in Deutschland angebotenen Tarifen zu wenig sparen kann. Nur eine Minderheit von 11 Prozent hat Angst vor Ausspähung der gespeicherten Fahrdaten.

Zur Nutzung einer solchen individuellen Pay-a-u-Drive-Versicherung wird im Fahrzeug eine sogenannte Telematik-Box installiert, die Fahrdaten aufzeichnet und per Mobilfunk überträgt. Aus den Daten lassen sich Rückschlüsse auf das Fahrverhalten ziehen, etwa ob häufig stark beschleunigt und scharf gebremst wird, oder auch ob die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten wurde. Ebenfalls lässt sich den Daten entnehmen, ob zum Beispiel häufig nachts gefahren wird. Aus diesen Angaben kann man dann das Versicherungsrisiko individuell berechnen. Bei den bislang üblichen Versicherungen orientiert sich die Beitragshöhe primär am Fahrzeug und der unfallfreien Zeit des Fahrers, sowie an weiteren Kriterien wie dem Alter des Fahrers, seinem Berufsstand, der Kinderzahl, dem Geschlecht oder zum Beispiel der Frage, ob er ein Eigenheim besitzt. „Bislang versuchen Versicherungen, mit Hilfe bedingt aussagekräftiger Behelfskriterien eine gewisse Risikoabschätzung vorzunehmen. Pay-as-u-Drive Versicherungen orientieren sich am tatsächlichen und im Übrigen auch individuell steuerbaren Risikoverhalten. Sie können so zu einem risikoärmeren Fahrverhalten beitragen“, so Weicksel.

Die intelligente Bordelektronik in den Telematik-Boxen lässt sich zudem für weitere Anwendungen im Auto nutzen. So kann zum Beispiel bei einem schweren Unfall automatisch aus der Versicherungszentrale der Rettungsdienst alarmiert und exakt zur Unfallstelle geschickt werden - und so schneller als bisher vor Ort sein. Auch bei einer Fahrzeugpanne kann die Box wichtige Informationen zur raschen Fehlerbehebung liefern. Im Falle eines Diebstahls lässt sich das Auto mit Hilfe der gesendeten Daten lokalisieren. Weicksel: „Der Erfolg dieser neuen Versicherungsangebote wird primär davon abhängen, welchen konkreten Nutzen die Autofahrer selbst von dem Technik-Einsatz haben.“

Methodik: Das Marktforschungsinstitut Aris hat im Auftrag des Bitkom 1006 Personen, darunter 472 Autobesitzer ab 18 Jahren in Deutschland befragt. Die Befragung ist repräsentativ.

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Johannes Weicksel

Bereichsleiter Telekommunikation und Intelligente Mobilität E-Mail: j.weicksel@bitkom.org Bitkom e.V.
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Andreas Streim

Pressesprecher E-Mail: a.streim@bitkom.org Tel.: 030 27576-112 Bitkom e.V.

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