06.03.2013 Deutscher ECM-Markt wächst auf über 1,6 Milliarden Euro

  • 2013 wächst der Umsatz mit ECM-Lösungen um über 6 Prozent
  • Vor allem größere Unternehmen setzen bisher auf ECM-Systeme
  • Funktionalität der Anwendungen wichtiger als der Anschaffungspreis
  • Neuer Standard für elektronische Rechnungen wird auf der CeBIT vorgestellt

Hannover, 6. März 2013 - Lösungen für Enterprise Content Management (ECM) werden verstärkt nachgefragt. Im Jahr 2013 wächst der Markt für entsprechende Hard- und Software sowie Services in Deutschland auf über 1,6 Milliarden Euro. Eine Steigerung von 6,3 Prozent im Vergleich zu 2012 als noch 1,5 Milliarden Euro umgesetzt wurden. Das gab heute der Hightech-Verband Bitkom auf der CeBIT in Hannover bekannt. „In Zeiten wachsender Datenberge setzen immer mehr Unternehmen auf ECM-Lösungen“, sagt Andreas Nowottka, Vorstandsvorsitzender des Kompetenzbereichs ECM im Bitkom. Am stärksten werden Software-Lösungen nachgefragt. Sie machen mit 700 Millionen Euro rund 44 Prozent des Marktes aus. ECM-Services folgen mit einem Umsatz von 673 Millionen Euro und einem Anteil von knapp 42 Prozent. Der dritte Pfeiler des ECM-Marktes sind Hardware-Lösungen. Mit ihnen werden in diesem Jahr 235 Millionen Euro umgesetzt. Jeder der drei Marktbereiche wird im Vergleich zu 2012 wachsen.

Die steigende Nachfrage nach ECM-Systemen hängt eng mit dem wachsenden Datenaufkommen zusammen. ECM-Technologien unterstützen Unternehmen dabei, die in einer Organisation verteilten Informationen und Dokumente besser zu sortieren und auffindbar zu machen. Außerdem stellen ECM-Lösungen die Daten für mobile Endgeräte bereit und ermöglichen den Mitarbeitern, Informationen mit anderen zu teilen. Bisher setzen vor allem größere Unternehmen auf entsprechende Lösungen. Das zeigt die Studie „ECM im Mittelstand“ des Bitkom, die zur CeBIT veröffentlicht wurde. Insgesamt setzt knapp jedes dritte der befragten Unternehmen (29 Prozent) eine spezialisierte ECM-Lösung ein. Bei Unternehmen mit 201 bis 5.000 Mitarbeitern ist es sogar jedes zweite (54 Prozent). Dagegen greifen nur 17,5 Prozent der Unternehmen mit 51 bis 200 Mitarbeitern auf ein ECM-System zurück. „Bisher nutzen vor allem größere Unternehmen die Vorteile von ECM-Systemen“, sagt Nowottka. „Die Anbieter bringen jedoch immer mehr Lösungen für kleinere Unternehmen auf den Markt. Wir sehen hier noch großes Wachstumspotenzial.“

Das wichtigste Kriterium bei der Anschaffung von ECM-Systemen ist die Funktionalität. Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen (62 Prozent) legen darauf den größten Wert. Die reinen Anschaffungskosten gehören dagegen nur bei 15 Prozent zu den relevanten Investitionskriterien. Für jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) sind das Kosten-Nutzenverhältnis sowie die Eignung für den Mittelstand entscheidende Merkmale. „Das Angebot an unterschiedlichen ECM-Systemen ist stark gewachsen. Die Unternehmen achten bei der Investition in entsprechende Systeme stärker auf bestimmte Funktionen und ein gutes Kosten-Nutzenverhältnis. Der Anschaffungspreis spielt nur eine untergeordnete Rolle“, beschreibt Nowottka.

Vom Einsatz entsprechender ECM-Systeme erhoffen sich die mittelständischen Unternehmen vor allem den schnelleren Zugriff auf Informationen. Zwei Drittel von Ihnen (67 Prozent) erwarten einen entsprechenden Effekt. Mehr als jedes zweite Unternehmen (57 Prozent) geht von einem reduzierten Aufwand für die Dokumentation in den Geschäftsprozessen aus. Der ortsunabhängige Zugang zu Dateien und Informationen, etwa per Smartphone, ist für ein Drittel von ihnen ein weiterer Grund für den Einsatz von ECM-Systemen. „Dateien und Informationen sind heute stärker verteilt: Sie befinden sich etwa in Ablagesystemen oder den Posteingängen der Mitarbeiter. Zudem werden zunehmend mehr Geräte wie Smartphones oder Tablet Computer genutzt, um auf diese Informationen zuzugreifen. ECM-Systeme helfen Unternehmen mit genau diesen Herausforderungen zu Recht zukommen“, erklärt Nowottka.

Die Top-Themen der IT-Wirtschaft bestimmen auch die Trends der ECM-Branche. Das zeigen die Ergebnisse des zweiten ECM-Barometers des Bitkom. Knapp drei Viertel der ECM-Unternehmen sehen in Cloud-Anwendungen den Trend für 2013. Mobile Lösungen, etwa für den Dateizugriff von unterwegs, gehören für zwei Drittel der befragten Unternehmen zu den ECM-Topthemen in diesem Jahr. Die Standardisierung von Branchenlösungen halten ebenso viele für eine der wichtigsten ECM-Entwicklungen für 2013. Auch Privatpersonen werden mit einer wachsenden Anzahl digitaler Dokumente konfrontiert. ECM-Lösungen werden daher auch für immer mehr Verbraucher interessant. Für jedes vierte Unternehmen sind ECM-Produkte für Privatpersonen daher ein wichtiges Thema. „Viele der ECM-Trends sind in Form konkreter Produkte auf der CeBIT bereits zu betrachten. Bestes Beispiel ist der neue Standard „ZUGFeRD“. Dieser ermöglicht auch kleinen und mittelständischen Betrieben die automatische Verarbeitung elektronischer Rechnungen und führt zu einer effizienteren Buchhaltung und Archivierung. Einige Hersteller zeigen auf der CeBIT erste Programme, die den neuen Standard unterstützen.“

Mehr zum Thema ECM mit Experten-Interviews, Best-Practice-Beispielen und Neuigkeiten aus Markt und Technik gibt es zudem unter www.ecm-navigator.de .

Die Studie „ECM im Mittelstand“ kann unter folgender Adresse kostenfrei heruntergeladen werden

Zur Methodik: Für die Angaben zur Nutzung von ECM-Lösungen im Mittelstand wurden insgesamt 318 Unternehmen bis zu einer Größe von 5000 Mitarbeitern befragt. Die Angaben zu den Trends der ECM-Branche basieren auf dem zweiten ECM-Barometer des Bitkom.

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