04.06.2015 So scheitern Social-Enterprise-Projekte garantiert

Im Arbeitskreis Social Media des Bitkom gehen wir auch der Frage nach, was sich aktuell innerhalb kleiner wie großer Unternehmen durch mehr digitale Vernetzung ändert. Leider zeigt die Erfahrung, dass viele Social-Enterprise-Pro­jekte scheitern oder hinter den Erwartungen zurückblei­ben. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Die folgende prägnante Checkliste identifiziert 15 Herangehensweisen, mit denen Sie ein Social-Enterprise-Projekt ganz sicher zum Scheitern bringen. Anhand dieser Liste können Sie herausfinden, ob sich auch Ihr Unternehmen eventuell auf dem falschen Weg befindet:

  1. Begreifen Sie Social Enterprise als Selbstzweck. Führen Sie ein Projekt ohne Strategie und Nutzenversprechen für die Mitarbeiter ein, nur weil es gerade im Trend ist.
  2. Betrachten Sie interne Social-Plattformen als eierlegende Wollmilchsau (»Featuritis«).
  3. Verzichten Sie auf personelle Ressourcen und ein Budget. Social Media erledigt sich nebenbei und ist kostenlos.
  4. Gehen Sie Social Enterprise wie ein IT-Projekt an, inkl. Planung, Einführung, Wartung.
  5. Entwickeln Sie Ihre Social-Plattform zunächst im Silo der internen Kommunikation oder IT-Abteilung. Rollen Sie sie erst dann unternehmensweit aus.
  6. Führen Sie interne Social-Plattformen ein, ohne an der Kommunikationskultur im Unternehmen zu arbeiten. Authentizität und Transparenz, insbesondere seitens des Managements, werden überbewertet.
  7. verwenden Sie Ihre Plattformen ausschließlich als Top-down-Informationskanal. Ignorieren Sie Feedbackkanäle oder deaktivieren sie am besten gleich.
  8. Nur nehmen und nicht geben: Interne Dialogplattformen sind dazu da, um an das Wissen der Mitarbeiter zu gelangen (»Mining the employee«).
  9. Klammern Sie das mittlere Management im Social-Enterprise-Projekt bei der Planung gedanklich aus. Machen Sie es erst später für den Misserfolg verantwortlich.
  10. Setzen Sie Social Enterprise im Unternehmen gegen alle Widerstände – hierarchisch, organisatorisch, kulturell – durch, ohne zunächst am Abbau dieser Widerstände zu arbeiten.
  11. Setzen Sie auf einen reinen Bottom-up-Prozess. Ohne Unterstützung der Geschäftsführung geht es auch.
  12. Ignorieren Sie interne Social-Media-Enthusiasten und -Netzwerker. Am Ende könnten Sie noch etwas lernen.
  13. Als Training für die Mitarbeiter genügen ein paar Webinare und ein 50-seitiges Handbuch.
  14. Es gibt erste Anzeichen von Problemen oder Widerständen? Ein guter Grund fürs Aufgeben.
  15. Datenschutzbeauftragte und Betriebsräte müssen erst kurz vor oder besser noch erst nach der Einführung vom Projekt erfahren.

Diese Checkliste ist Bestandteil der neuen Auflage des Bitkom-Leitfaden Social Media den Sie hier kostenlos herunterladen können.

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