19.03.2015 Smart Home: Wer die Plattform beherrscht, beherrscht den Markt

Die Megatrends „Vernetzung“ und „Digitalisierung“ verändern gerade mehrere Branchen und Märkte nachhaltig. Ob Consumer Electronics, die ITK selbst oder die industrielle Fertigung: Vernetzt wird alles. Und zwar im doppelten Wortsinn: Alles ist vernetzt und ohne Vernetzung ist alles nichts.

Diese Feststellung ist so richtig wie banal. Was aber heißt das im Konkreten, zum Beispiel bei der intelligenten Vernetzung des eigenen Zuhauses, dem Smart Home? Die Voraussetzungen sind hier jedenfalls nicht schlecht: Laut einer Befragung des Bitkom hat immerhin jeder Zweite schon von den Begriffen Smart Home, Connected Home oder Heimvernetzung gehört. Noch besser: fast alle von ihnen wissen auch, was damit gemeint ist. Gleichzeitig haben die Anbieter in jüngster Zeit einige Schwellen für potenzielle Smart-Home-Kunden abgebaut: Funkbasierte Lösungen oder Powerline-Technologien ersetzen die zuvor notwendige aufwändige Verkabelung mit Bussystemen. Cloudbasierte Dienste und über das Internet-Protokoll miteinander verbundene Geräte sorgen für eine bessere Vernetzbarkeit und machen Smart-Home-Lösungen erschwinglicher.

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Deswegen ist es nicht überraschend, dass der Smart-Home-Markt im vergangenen Jahr Fahrt aufgenommen hat – und zwar so rasant wie nie zuvor hat. Hersteller unterschiedlichster Branchen – Consumer Electronics, IT, Weiße Ware oder Energieversorgung – drängen nahezu im Wochentakt mit innovativen, smarten und vernetzbaren Geräten auf den Markt.

Insofern war es ebenfalls nicht überraschend, dass die von Bitkom veranstalteten Smart Home-Fachtage auf der CeBIT brechend voll waren. Wir haben offenbar einen Nerv getroffen. Vertreter etablierter Marktführer wie der Deutschen Telekom (QIVICON) oder digitalSTROM und Start-ups wie relayr und Rockethome diskutierten an zwei Tagen gemeinsam, wie sich diese Trends und Entwicklungen auf das Smart Home der Zukunft auswirken werden und welche besondere Rolle dabei dem deutschen Smart Home-Markt zukommt.

Die zentrale Erkenntnis: Derjenige, der in Zukunft die maßgebliche Smart-Home-Plattform beherrscht, wird auch den Zugang zum Kunden und damit große Teile des Markts beherrschen. Dennoch wird es nicht „die eine“ Smart Home-Plattform geben, sondern mehrere, die gleichberechtigt in verschiedenen Bereichen (Elektroinstallation, CE, Weiße Ware etc.) nebeneinander existieren. Wichtig sind hier natürlich offene Schnittstellen (APIs, SDKs), damit Vernetzung zwischen diesen Smart Home-Domänen ermöglicht wird. Ein interessantes Ergebnis der Fachtage: Nicht immer muss man sich auch zwangsläufig neue, vernetzbare Geräte anschaffen.

Mit so genannten Retrofit Kits können auch ältere Geräte im Haushalt zu smart Devices werden. Ein am Kühlschrank angebrachter Temperatursensor merkt z.B., wenn die Tür offen gelassen wurde. Ein Feuchtigkeitssensor merkt, wenn Spül- oder Waschmaschine lecken. Damit können Konsumenten für relativ wenig Geld ihre alten Geräte „upgraden“ und vernetzen – ein Einstieg in die Smart Home-Welt.

Tobias Arns moderiert die Smart-Home-Fachtage auf der CeBIT 2015

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