04.02.2014 Rohstoffquelle Alt-Handy

Es ist vielleicht keine große Überraschung, wenn man sich die steigenden Verkaufszahlen von Mobiltelefonen anschaut, aber dennoch ein Signal: Der Trend, alte Handys zu Hause in der Schublade zu horten anstatt sie zurückzugeben, setzt sich fort. In einem Jahr ist die Anzahl der Handys in deutschen Schubladen, Kellern oder Speichern um fast ein Viertel gestiegen. Mittlerweile werden rund 106 Millionen Alt-Geräte weder weiter- noch zurückgegeben. Im vergangenen Jahr waren das noch gut 85 Millionen.

Die vielen Innovationen bei Smartphones haben zu einem Boom geführt. Jahr für Jahr werden neue Absatzrekorde vermeldet. Die Folge: Es werden auch mehr Geräte ausgemustert. Doch das alleine erklärt nicht den starken Anstieg bei der Anzahl der gehorteten Alt-Handys. Ein weiterer wesentlicher Grund hierfür ist, dass die Alt-Handys auch viel zu selten an den richtigen Stellen wieder abgegeben und damit in die Wertstoffkreisläufe zurückgeführt werden. Das Bewusstsein, dass alte Elektronik-Geräte nicht nur Schrott sondern wertvolle Rohstoffquelle sind, scheint sich im vergangenen Jahr nicht geschärft zu haben.

Warum sollten Alt-Handys wieder zurückgegeben werden?

Handys, aber auch alle anderen ITK-Geräte, enthalten viele wertvolle Rohstoffe. Zum Beispiel können 80 Prozent der in Handys verwendeten Materialien wiederverwertet werden. Darunter sind wertvolle Metalle wie Gold, Silber und Kupfer. Wenn mehr als 100 Millionen Handys gehortet werden, entspricht das geschätzt über 20.000 Tonnen wertvoller Rohstoffe, die wir wiedergewinnen könnten - und damit gegebenenfalls auch nicht importieren müssten.

Bitkom hat gemeinsam mit anderen Organisationen und den Kommunen bereits vor einigen Jahren ein bundesweites Rücknahmesystem für Altgeräte aufgebaut. Allerdings werden die Geräte zu selten bei den Sammelstellen abgegeben. Hersteller und Netzbetreiber bieten daher auch parallel einfache Rücknahmemöglichkeiten an. Die Rohstoffkreisläufe vollständig zu schließen – rein technisch eigentlich kein Problem – muss unser Ziel sein. Nicht zuletzt sind wir alle gefragt, unseren Beitrag zu leisten.

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