22.09.2015 Netzpolitik ist Zukunftspolitik – Digitalisierung in Hessen gemeinsam gestalten

Erst kürzlich unterzeichneten Bitkom und das Forschungszentrum „House of IT“ aus Darmstadt eine Kooperationsvereinbarung, um die hessische IT-Branche zu stärken. Schon heute gibt es in Hessen zahlreiche exzellente Forschungseinrichtungen und eine starke Software-Industrie: Mit rund 122.000 Beschäftigten, 40 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 10.000 Unternehmen im ITK-Bereich zählt die Rhein-Main-Region deutschland- und europaweit zu einem der wichtigsten Standorte für die digitale Wirtschaft.

Damit dies auch so bleibt und Hessen seine Vorreiterrolle weiter ausbauen kann, muss die Landesregierung den digitalen Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft aktiv begleiten. Nur mit tatkräftiger Unterstützung seitens der Politik und einem ordnungspolitischen Regelwerk lässt sich die digitale Durchdringung aller Lebensbereiche gewinnbringend ins Werk setzen. Erste Schritte sind erkennbar: Die Landesregierung will mit „Digitales Hessen“ einen eigenen Förderwettbewerb für digitale Innovationsprojekte auf den Weg bringen. Als Landessprecherin des Bitkom ist es mir ein besonderes Anliegen, der hessischen Politik für die erfolgreiche Umsetzung ihrer Strategie die Expertise unseres Verbands zur Verfügung zu stellen.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Kreativität und Innovation sind, um die digitale Transformation erfolgreich zu meistern. Seit 2011 führe ich in Deutschland die Geschäfte von EMC, einem amerikanischen IT-Unternehmen mit der Mission, seinen Kunden den Weg in die Cloud zu ebnen und dabei zu helfen, ihre Geschäftsprozesse zu verändern. Die Themen Big Data und Cloud Computing liegen mir deshalb besonders am Herzen. Innovative Anwendungen in der Informations- und Telekommunikationstechnologie versprechen Lösungen auf den unterschiedlichsten Gebieten: Wir können Krebs besser heilen, Herzinfarkte leichter vermeiden und den Straßenverkehr so steuern, dass es nicht nur weniger Staus und Schadstoffausstoß, sondern auch weniger Unfalltote gibt. In der Öffentlichkeit schürt Big Data jedoch häufig Bedenken – insbesondere wenn es um den Schutz der Daten geht. Für die Politik ist es deshalb wichtig, behutsam mit dem Thema umzugehen. Wir müssen Vertrauen schaffen, dass die Daten richtig behandelt werden – bei Cloud-Diensten ebenso wie bei Big-Data-Analysen.

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Sabine Bendiek

EMC Deutschland GmbH VP & General Manager Germany

Zitat

„Für Hessen mit seiner starken Zulieferindustrie hat insbesondere die Entwicklung hin zur Industrie 4.0 eine herausragende Bedeutung. Viele hessische Unternehmen arbeiten schon heute mit Anwendungen der digitalisierten Fertigungstechnik und sind auf künftige Veränderungen gut eingestellt. “

Sabien Bendiek, Landessprecherin Hessen, Bitkom e.V., VP & General Manager Germany, EMC Deutschland GmbH

Neben dem Datenschutz spielt die IT-Sicherheit eine bedeutende Rolle. Hessen als größter und renommiertester Cybersicherheitsstandort in Deutschland bringt die wesentlichen Voraussetzungen mit, um die Security-Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Es gibt genügend öffentlich bekannte Fälle, die die realen Risiken für Wirtschaft und Gesellschaft belegen – die NSA-Enthüllungen machen dies deutlich. Laut einer Bitkom-Umfrage fühlt sich fast die Hälfte der deutschen Internetnutzer von der Ausspähung ihrer persönlichen Daten bedroht. Auch die Unternehmen sind in ähnlicher Weise verunsichert. Das lässt deutsche Firmen beispielsweise zögern, sensible Daten in der Cloud zu verarbeiten.

Auf diesem Boden können disruptive Innovationen nicht erfolgreich gedeihen. Die Forderungen nach dem Schutz der Privatsphäre, nach Sicherheit und Vertrauen sind wichtig. Sich neuen Technologien und Diensten zu verschließen oder sie gar zu zerschlagen, kann und darf aber nicht die Antwort sein. Wir müssen die Chancen der Digitalisierung für Wachstum, Arbeitsplätze und Teilhabe deutlich machen und nutzen. In diesem Zusammenhang begrüßt Bitkom, dass das Land Hessen digitale Innovationsprojekte in mehreren Bereichen fördert: Von Industrie über Handel und Dienstleistung, Gesundheit, Wohnen und Leben, Mobilität, Energie, Kunst und Kultur. Für Hessen mit seiner starken Zulieferindustrie hat insbesondere die Entwicklung hin zur Industrie 4.0 eine herausragende Bedeutung. Viele hessische Unternehmen arbeiten schon heute mit Anwendungen der digitalisierten Fertigungstechnik und sind auf künftige Veränderungen gut eingestellt.

Das zeigt: Technisch ist die digitale Transformation zu schaffen. Die große Herausforderung für Unternehmen besteht aber darin, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln. Genau die braucht es, um für die 4. Industrielle Revolution gerüstet zu sein, wettbewerbsfähig zu bleiben und Wohlstand zu sichern. Von alleine werden sich die großen Potenziale der Digitalisierung nicht einstellen. Dafür ist auch in Zukunft eine enge und vertrauensvolle Kooperation zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Politik notwendig.

Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit dem House of IT einen starken Partner gefunden haben, um die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft auf Landesebene voranzutreiben. So können wir die wissenschaftlichen sowie wirtschaftlichen Stärken der Region national noch sichtbarer machen und Innovationen „Made in Hessen“ zum Erfolg weit über die Ländergrenzen hinaus führen.

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