18.11.2014 IT-Mittelstand boomt in Nordrhein-Westfalen

Deutschland diskutiert über die jüngsten Wirtschaftsprognosen: Hat man sich nach dem „German Wonder“ zu sehr auf dem Erfolg ausgeruht und muss mit schwierigen Zeiten rechnen? Die IT-Branche, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, blickt dagegen optimistisch in die Zukunft. In einer gemeinsamen Umfrage von Bitkom, IKT.NRW und networker NRW unter ITK-Unternehmern rechnen insgesamt 86,5 Prozent mit einem wirtschaftlichen Wachstum der IT-Branche in NRW bis 2016.

Die IT-Wirtschaft entwickelt sich immer mehr zum Rückgrat des Wirtschaftsstandorts NRW. Im „Land von Kohle und Stahl“ muss sie Vergleiche mit traditionelleren Branchen wie Maschinenbau und Chemieindustrie nicht scheuen. 2012 waren mehr als 203.000 Personen in fast 23.700 Unternehmen der IT-Branche sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Insbesondere mittelständische Firmen sind darunter stark vertreten, was nicht zuletzt ein Blick in den Bitkom-Mittelstandsatlas beweist. Mit über 2.000 IT-Mittelständlern ist NRW der stärkste Standort für IT-Mittelstand – noch vor Bayern und Baden-Württemberg. Für den Bitkom ist Nordrhein-Westfalen eines der wichtigsten Bundesländer. Über 300 der rund 2.200 Mitgliedsunternehmen haben hier ihren Sitz.

Speziell im Bereich Industrie 4.0 sehen die Unternehmen an Rhein und Ruhr große Chancen und den wichtigsten Zukunftsmarkt. Das Bundesand weist besondere Stärken auf – beispielsweise in Maschinenbau, Elektrotechnik und Automobilbau. So können durch Innovationen in IT und Software neue intelligente Lösungen an diesen Schnittstellen entstehen.

Grundsätzlich sind die Perspektiven in der Branche ausgezeichnet – vor allem für diejenigen, die sich den neuen Geschäftsmodellen und Megatrends wie Big Data, Cloud Computing, Mobile, Social Media oder Industrie 4.0 öffnen. Nordrhein-Westfalen hat insgesamt eine gute Ausgangsposition. Sie droht aber zu verstreichen, wenn wichtige Zukunftsfragen nicht durch die Landesregierung angegangen werden. Zusätzlich braucht es die richtigen Rahmenbedingungen, Anreize und eine strategische Begleitung der Standortentwicklung durch die Landesregierung. Bitkom wirbt deshalb dafür, die vorhandenen Stärken weiter zu stärken und Haushaltsmittel gezielt zu bündeln. Ähnlich das Ergebnis der Umfrage: 82 Prozent der Befragten wünschen sich einen besseren Zugang zu Innovationsprojekten im Bereich Industrie 4.0 sowie eine finanzielle Förderung dieser Projekte (77 Prozent). Für einen besseren Dialog mit der Landesregierung plädieren folgerichtig 77 Prozent der befragten IT-Unternehmer.

Die Unterstützung der Staatskanzlei ist besonders wichtig. Nur wenn Digitalisierung in der Landesspitze als Zukunftsthema erkannt und ganz oben auf der Agenda steht, kann das vorhandene Potential des Bundeslandes in Zählbares bei Wertschöpfung und Arbeitsplätzen umgewandelt werden.

Zwar gibt es v.a. aus dem Wirtschaftsministerium schon die richtigen Impulse – Beispiele sind der Beirat Digitale Wirtschaft oder der Runde Tisch Breitband. Doch auch in NRW müsste Digitalisierung zur Chefsache – wie etwa in Bayern – erklärt werden, so dass mehrere Ressorts sich dem Thema koordiniert annehmen und im Dialog mit Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft vorantreiben können.

Die einzelnen Umfrageergebnisse können Sie auf der Seite unseres Partners IKT.NRW downloaden: ikt.nrw.de/digitale-transformation/

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Björn Siebert

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