13.11.2015 Digitale Landwirtschaft: Große Potenziale, aber auch viel Skepsis

5 Fragen an: Klaus Münchhoff - Landwirt und Precision Farming-Pionier

1. Was sind derzeit die großen digitalen Trends in der Landwirtschaft?

Die Digitalisierung hat seit der letzten Agritechnica vor zwei Jahren große Entwicklungen hervorgebracht. Verschiedene Firmen unternehmen den Versuch, vorhandene Daten aus den Ackerschlägen sinnvoll miteinander zu verrechnen, was aber leider für den einzelnen Landwirt noch nicht gut gelingt.

2. Wann und wie sind Sie persönlich den Schritt vom mechanischen ins digitale Zeitalter gegangen und warum?

Im Jahr 2000 haben wir mit der Ertragskartierung auf den Mährdreschern den ersten Schritt in das digitale Zeitalter gemacht. Daraus ergaben sich sehr heterogene Erträge, denen wir auf den Grund gehen wollten.

3. Oft heißt es, dass die Investitionskosten, um auf digitale Anwendungen umzusteigen, zu hoch sind und sich für kleine Betriebe der Einsatz digitaler Lösungen nicht rentiert. Sehen Sie das ähnlich?

Der Einsatz von modernster Technik ist nicht ganz preiswert. Aber das Einsparpotenzial kann im Bereich von bis zu fünf Prozent liegen. Und warum muss jeder kleinere Betrieb sich die Technik allein anschaffen? Viele neue technische Lösungen sind überbetrieblich sehr sinnvoll einsetzbar.

4. Viele Landwirte sorgen sich um die Sicherheit Ihrer erhobenen und verarbeiteten Daten, wenn es um den Einsatz digitaler Anwendungen geht und schrecken daher vor dem Einsatz dieser zurück. War das für Sie ein Problem und wie haben Sie es für sich gelöst?

Als wir im Betrieb anfingen, mit den digitalen Anwendungen zu arbeiten, gab es noch keine cloudbasierten Lösungen. Damals war der Datenschutz also noch kein so großes Thema. Heute halten wir unsere Daten auf einem eigenen Server, auf den auch die Beratung Zugriff hat. Alle Daten eines Betriebes in die Cloud zu stellen, halten wir für zu risikoreich, zumal auch rechtliche Probleme entstehen können, wenn die Daten von unseren Vertragspartnern in die Cloud gestellt werden.

5. IT-Experte, Datenschützer, was muss Ihr Sohn, sofern er den Hof übernimmt, denn nun studieren: Agrarwirtschaft oder Informatik?

Er hat Agrarwissenschaften studiert und ist Betriebsleiter seit ca. 1,5 Jahren.

  • Klaus Münchhoff ist Landwirt aus Sachsen-Anhalt und gilt in der Szene als Experte auf dem Gebiet der Digitalisierung der Landwirtschaft.

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