11.03.2015 Auf der Suche nach dem Team

IT-Unternehmen sprechen bei der Suche nach Mitarbeitern verstärkt ganze Teams in anderen Unternehmen an, um sie zu einem Wechsel zu bewegen. Jedes sechste Unternehmen (17 Prozent) gibt an, das sogenannte Teamhunting zur Personalgewinnung zu diskutieren, konkret zu planen oder zu nutzen. Jörg Schneider, Geschäftsführer der PROFCON, erklärt im Interview, was Teamhunting eigentlich ist und warum es erfolgsversprechend ist.

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Marcel Bertsch

Tel.: 030 27576-168

Zitat

„Das Prinzip ist dasselbe wie beim Headhunting, nur wirbt man eben ganze Teams von Firmen ab.“

Jörg Schneider

Herr Schneider, Sie haben zusammen mit Bitkom Research eine Studie zu dem Thema Teamhunting unter ITK-Firmen gemacht. In Ihren Worten: Was ist eigentlich Teamhunting?

Man kennt ja das klassische Headhunting von Personalrecruitern. Das Prinzip ist dasselbe, nur wirbt man eben ganze Teams von Firmen ab. Das ist kein wirklich neuer Trend, er verstärkt sich aber seit einiger Zeit. Die ursprüngliche Idee dazu kam übrigens von einem unserer Kunden. Anstelle von risikobehafteten Unternehmensübernahmen schlug er uns vor, ihm komplette Teams vorzustellen, damit er sie übernehmen kann.

Ist es nicht effektiver, gezielt die besten Einzelpersonen auf dem Markt anzuwerben?

Wenn man ohnehin vorhat, ein Team aufzubauen, stellt sich die Rekrutierung von Einzelpersonen als sehr mühsam dar. Außerdem ist dann nicht sichergestellt, dass das Team auch harmoniert. Beim Teamhunting hingegen nimmt der so genannte „Team Head“ nur die Teammitglieder mit, die in der Vergangenheit gut zusammen gearbeitet haben.

Das hört sich aber auch komplizierter an als das klassische Headhunting. Wie gehen Sie üblicherweise vor?

In eine intakte Gruppe aus zufriedenen Mitarbeitern kommen wir nicht hinein. Es muss schon eine kollektive Unzufriedenheit mit dem jetzigen Arbeitgeber vorherrschen oder ein Unternehmen vor gravierenden Umstrukturierungen oder gar einer Insolvenz stehen. Die wichtigste Person ist der „Team Head“. Das muss nicht zwangsläufig der formale Chef der Abteilung sein, sondern auch eine akzeptierte Führungspersönlichkeit. Diese Person muss man ausfindig machen.

Gehört das eigentlich noch zu fairem Wettbewerb, einem Konkurrenten ganze Teams wegzukaufen?

Wie gesagt, in ein zufriedenes, intaktes Team kommen Sie nicht hinein. Ist jedoch Unzufriedenheit vorhanden, wird sich das Team bei den derzeitigen guten Marktbedingungen ohnehin aufsplitten und zu anderen Arbeitgebern wechseln. Wir haben aber auch Kunden, die Teamhunting aus ethischen und moralischen Gründen ablehnen.

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