24.01.2017E-Health –Vernetzung für mehr Qualität und Effizienz in der Versorgung

Die Gesundheit hat in der deutschen Gesellschaft einen außerordentlich hohen Stellenwert. Die Digitalisierung birgt im Gesundheitsbereich große Chancen für die Prävention, Diagnose und Heilung von Krankheiten. Digitale Versorgungsangebote wie beispielsweise das Tele-Monitoring können zudem Arzt und Patient entlasten und Kosten im Gesundheitssystem senken.

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Julia Hagen

Referentin Health & Pharma Bitkom e.V.

Status Quo

  • Mit dem Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz) wurde ein wichtiger Grundstein für die Digitalisierung gelegt, es fehlt jedoch an Geschwindigkeit und einer Strategie, um intersektorale Kommunikation langfristig zu ermöglichen. Ein weiteres Problem sind nicht in ausreichendem Maße bereitgestellte Ressourcen für die zur Vernetzung notwendigen Investitionen.
  • Bis heute sind noch nicht alle Akteure im Gesundheitswesen in ausreichendem Maße vernetzt, um eine integrierte Gesundheitsversorgung zu ermöglichen - insbesondere im Pflegesektor besteht hier noch großes Potenzial.
  • Unternehmen im Bereich E-Health sind äußerst innovativ und weisen eine hohe Dynamik auf. Es fehlt jedoch an Innovationsfreundlichkeit innerhalb des Gesundheitswesens, sodass neue Anwendungen – auch etablierte Verfahren wie Telemonitoring – noch nicht in die Regelversorgung Einzug erhalten haben.

Ziele

  • Vernetzung und mobile Nutzung von Informationssystemen: Informationssysteme im Gesundheitsbereich müssen umfassend vernetzt und mobil nutzbar gemacht werden. Dadurch wird die Qualität und Effizienz der Gesundheitsversorgung zum Wohl des Patienten erhöht (z. B. durch einen elektronischen Medikationsplan für Wechselwirkungschecks) und ein flächendeckendes Gesundheits- und Pflegesystem auf höchstem Niveau (z.B. durch telemedizinische Angebote in ländlichen Regionen) geschaffen.
  • Versorgungsverbesserung durch verstärkte Datennutzung: Vorhandene Daten sollten verstärkt (mobil) genutzt werden, zum Beispiel über die elektronische Patientenakte. Dadurch kann bei gleichzeitiger Wahrung des Datenschutzes eine verbesserte Versorgung gewährleistet werden.
  • Den Weg ebnen zum mündigen Patienten: Die Digitalisierung schafft die Voraussetzung für den mündigen Patienten und ermöglicht ein souveränes und selbstbestimmtes Handeln im Gesundheitswesen. Dieses Potenzial muss ausgeschöpft werden.
  • Gesetzliche Unklarheiten beseitigen: Die Zulässigkeit der Einschaltung von Auftrags(daten)verarbeitern im Gesundheitswesen muss geklärt werden, um Rechtssicherheit für den IT-Einsatz durch Berufsgeheimnisträger zu schaffen.

Politische Vorschläge

  • Schnelle Umsetzung des E-Health-Gesetzes: Das E-Health-Gesetz muss zügig umgesetzt werden sowie der Weg geebnet werden für die Übernahme von weiteren digitalisierten Versorgungsangeboten in die Regelversorgung. Hierbei bieten sich insbesondere telemedizinische Leistungen an, die sich bereits bewährt haben, wie im Fall von chronischer Herzinsuffizienz, Schlaganfällen oder Diabetes mellitus Typ II.
  • Schaffung einheitlicher Rahmenbedingungen für Gesundheitsdatennutzung: Um die sichere Nutzung von (Versorgungs-)Daten zu gewährleisten und auszubauen, müssen schnell einheitliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.
  • Neue Marktzugangsregeln für E-Health-Innovationen: Es müssen einheitliche und verbindliche Marktzugangsregeln für E-Health-Innovationen geschaffen werden, die die Dynamik in diesem Markt widerspiegeln und Deutschland als Standort für E-Health-Lösungen stärken.
  • Schnelle Umsetzung des elektronischen Patientenfachs: Um die Patienten an der Digitalisierung teilhaben und davon profitieren zu lassen, sollte möglichst schnell ein verbindlicher Zeitplan zur Umsetzung der elektronischen Patientenakte aufgestellt werden.
  • Mobile Nutzung von Daten und Versorgungsnetzen vereinfachen: Die mobile Nutzung von Daten und Versorgungsnetzen sollte auch ohne umständliches und kostenpflichtiges Kartenlesegerät unter Wahrung der Datensicherheit und der Datensouveränität möglich gemacht werden, z.B. über Apps die von Patienten und Leistungserbringern genutzt werden. Eine niederschwellige Anwendung des autorisierten Zugriffs und der sicheren mobilen Übermittlung schafft die notwendige Akzeptanz und Skalierbarkeit für die Effizienz des mobilen Systems.
  • Klarere Regeln und mehr Mittel für Digitalisierung bereitstellen: Die Investitionskraft von Leistungserbringern sollte durch klarere Regelungen und Bereitstellen ausreichender, zweckgebundener Mittel verbessert werden, um flächendeckend die Digitalisierung voranzutreiben und Potenziale in der Versorgung zu heben.
  • Rechtssicherheit für Berufsgeheimnisträger schaffen: Paragraph 203 StGB muss geändert werden, um Rechtssicherheit für Berufsgeheimnisträger beim Einsatz von digitalen Technologien und der Beauftragung von IT-Dienstleistern zu schaffen.