01.02.2018Nutzung optimieren durch vernetzte Geodatenplattformen

Mit Geoformationen entsteht von unserem Lebensraum ein digitaler Zwilling, mit dem vielfältige Planungs-, Entscheidungs- und Wirtschaftsprozesse optimiert oder erst möglich werden. Zahlreiche Geodaten lagern in digitalen Archiven sowie amtlichen Informations- und Fachinformationssystemen. Neu hinzu kommen dynamische Geodaten, die von Sensoren in Fahrzeugen, Messnetzen und baulichen Infrastrukturen geliefert werden.

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Christian Herzog

Bereichsleiter IT-Infrastruktur & Kommunikationstechnologien Bitkom e.V.

Status Quo

  • Es existieren derzeit bei der Verarbeitung von Geoinformationen der öffentlichen Hand zahlreiche Hemmnisse, die die effektive Nutzbarkeit einschränken. Geodaten der Verwaltung sind in der Regel nicht ohne weiteres automatisiert kombinier- und verarbeitbar. Die Aktualität der Daten und die Strukturen der Datenmodelle der öffentlichen Hand sind sehr unterschiedlich. Neben den zumeist statischen Daten sind dynamische Daten dort noch eine Seltenheit. Ihre Einbindung in öffentliche Informationssysteme ist häufig nicht standardisiert.
  • Es existieren derzeit bei der Verarbeitung von Geoinformationen der öffentlichen Hand zahlreiche Hemmnisse, die die effektive Nutzbarkeit einschränken. Geodaten der Verwaltung sind in der Regel nicht ohne weiteres automatisiert kombinier- und verarbeitbar. Die Aktualität der Daten und die Strukturen der Datenmodelle der öffentlichen Hand sind sehr unterschiedlich. Neben den zumeist statischen Daten sind dynamische Daten dort noch eine Seltenheit. Ihre Einbindung in öffentliche Informationssysteme ist häufig nicht standardisiert.
  • Zugangsbedingungen und Formate der Geodaten sind sehr unterschiedlich, wodurch die weitere Verwertbarkeit eingeschränkt wird.

Ziele

  • Plattformbasierte digitale Infrastruktur für Geodaten schaffen: Geodatendienste der öffentlichen Hand müssen künftig so schnell und einfach in Anwendungen genutzt werden können wie Apps auf dem Smartphone. Voraussetzung dafür sind verteilte und vernetzte Geodatenplattformen. Da Geodaten vor allem von Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung für Zwecke der Planung und Daseinsvorsorge erhoben werden, ist insbesondere die Verwaltung gefordert, mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten. Das Geoinformationswesen der öffentlichen Verwaltung muss sich intensiver mit den Anforderungen der Plattformökonomie befassen.
  • Vernetzte Geodatenkataloge bereitstellen: Geodaten werden heute bereits digital katalogisiert und über spezielle Geo- oder Open Data Portale zugänglich gemacht. Künftig muss sichergestellt sein, dass über jedes beliebige Datenportal jeder Datensatz oder Datendienst aufgefunden werden kann.
  • Geodatengovernance für Plattformen einführen: Ressort- und Verwaltungsebenen-übergreifend regelt die Geodatengovernance für Plattformen deren nachhaltigen Betrieb. Eingeschlossen sind u. a. Erfassungs- und Fortführungsprozesse, Verfügbarkeit von Geodiensten, Nutzungsbestimmungen, Qualität sowie Plattformbetrieb und -vernetzung. Die Geodatengovernance sorgt u. a. für rechtliche Klärung und stellt sicher, dass alle Interessierten Geoinformationen nutzen, interpretieren und verstehen können. Um das volle Potential der Geodaten der öffentlichen Verwaltung nutzen zu können, ist die Wirtschaft darauf angewiesen, dass Geodatenplattformen mit harmonisierten Datenzugängen und Nutzungsbedingungen durch die Behörden zur Verfügung gestellt werden.
  • Durch Investitionssicherheit wirtschaftlichen Mehrwert schaffen: Wirtschaftlicher Mehrwert entsteht, wenn Geodaten/-dienste vielfach durch unterschiedliche Nutzergruppen verwendet werden. Datenmodelle, Datenformate, APIs, Zugänge zu Plattformen, Nutzungskonditionen usw. müssen Investitionssicherheit für Unternehmen und Verwaltung bieten. Dazu zählt auch der nachhaltige und verlässliche Plattformbetrieb.
  • Offene Standards und Technologieoffenheit berücksichtigen: Für eine weitergehende Nutzer- und Kundenorientierung ist die breite Nutzung von Geodaten/-diensten erforderlich. Hierzu gehören Technologieoffenheit ebenso wie offene Standards und definierte APIs. Standards der allgemeinen IT- und
  • Internetwirtschaft sollten besonders berücksichtigt werden.
  • Maschinenlesbarkeit und automatisierte Auswertung sicherstellen: Geodaten aus dem öffentlichen Bereich sollten automatisiert übertrag-, transformier- und auswertbar sein. Über variabel gestaltbare Prozesse zwischen Datenquellen und der Verarbeitung können Ergebnisse wettbewerbsfähig an den Markt gelangen. Durch das Angebot von entsprechenden Diensten sollten Daten am Speicherort analysiert werden können, ohne dass ein Download von volumenreichen Geodaten notwendig ist.
  • Experimentierräume für Geodaten schaffen: Für Bereitsteller, Dienstleister und potentielle Nutzer sind Experimentierräume für Geoinformationen ein Weg zu frühzeitiger Innovation. In Experimentierräumen wird die Datennutzung, analyse, -kombination, -verwendung etc. durch geeignete Rahmenbedingungen erleichtert.

Politische Vorschläge

  • Geodatengovernance bundesweit entwickeln und harmonisieren: Für geodatenhaltende Stellen in Bund, Ländern und Kommunen sollten Konzepte für die Geodatengovernance entwickelt, untereinander harmonisiert und implementiert werden.
  • Geodatenplattform für Bundeseinrichtungen betreiben: Bundeseinrichtungen verfügen über eine Vielzahl von Geoinformationen und tauschen sie untereinander nach Bedarf oder verfahrensbedingt aus. Im Zuge der IT-Konsolidierung des Bundes sollte eine Geodatenplattform eingerichtet und betrieben werden, damit nicht nur die gegenseitige Nutzung vereinfacht werden kann, sondern auch die Rückführung von Ergebnisdiensten an alle Bundesinstitutionen.
  • Position des IT-Planungsrates an die technische Entwicklung anpassen: Die Position des IT-Planungsrates zu Geodaten ist aus dem Jahre 2011 und veraltet. Der IT-Planungsrat sollte zum Thema Geodaten eine neue Positionsbestimmung vornehmen, die insbesondere die Anforderungen der Digitalisierung in Verbindung mit der Plattformökonomie berücksichtigt. Vertreter der Geoinformationswirtschaft sollten daran mitwirken.
  • Geodaten als ein Schlüsselelement der digitalen Infrastruktur bereitstellen: Raum- und Zeitbezug ist für viele Datenanalysen unverzichtbar. Daher sollten öffentliche Geodaten/-dienste technologieoffen, umfassend und anwendungsneutral für Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft nach Open Data Prinzipien bereitgestellt werden. Dabei sollten die Entwicklungen in Deutschland hin zu einer Plattformökonomie besonders berücksichtigt werden.