Biometrie

ITK-Wirtschaft begrüßt zügige Einführung elektronischer Reisepässe

  • Deutschland übernimmt Führungsrolle in Europa
  • BITKOM: Nationale Biometrie-Initiative soll neue Technologien fördern

Berlin, 1. Juni 2005 – Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) begrüßt die zügige Einführung eines neuen Reisepasses mit biometrischen Sicherheitsmerkmalen. „Deutschland nimmt in Europa eine Führungsrolle ein“, sagt BITKOM-Geschäftsführer Peter Broß. „Der neue Reisepass bringt mehr Sicherheit beim Reisen, ermöglicht eine schnellere Abfertigung an den Grenzen und gewährleistet dabei den Schutz persönlicher Daten.“ Die von der Europäischen Union geforderten technischen Spezifikationen des Dokuments verhindern, dass der Pass unrechtmäßig kopiert oder die Daten ohne Wissen des Inhabers ausgelesen werden. Broß: „Die schnelle Einführung des elektronischen Reisepasses erhöht die Chance, dass deutsche Sicherheitstechnologie auch ein Exporterfolg wird.“

Bundesinnenminister Otto Schily hat heute den Zeitplan für die Einführung elektronischer Reisepässe veröffentlicht. Die Dokumente sollen ab 1. November ausgegeben werden. Damit setzt die Bundesregierung einen Beschluss der Innen- und Justizminister der EU um, die sich auf die Einführung biometrischer Merkmale in Reisepässen, Visa und Aufenthaltspapieren bis Mitte 2006 geeinigt hatten. Die Europäer reagierten mit dem Beschluss auf Entscheidungen in den USA, die ihre Sicherheitsvorkehrungen an den Außengrenzen erhöht haben. Die USA verlangen von Einreisenden ohne Visum, dass sie einen maschinenlesbaren Reisepass besitzen, der biometrische Merkmale enthält. Ansonsten werden an den Kontrollpunkten ihre individuellen Merkmale Gesicht und Fingerabdruck aufgenommen. „Mit der frühzeitigen Einführung des elektronischen Reisepasses gewährleistet die Bundesregierung, dass Besucher aus Deutschland ohne Probleme in die USA einreisen können“, betont Broß. Die Bundesregierung hat kürzlich angekündigt, dass neben dem Reisepass auch ein digitaler Personalausweis mit biometrischen Merkmalen eingeführt werden soll.

Um die Entwicklung moderner Sicherheitstechnologien in Deutschland weiter voranzutreiben, schlägt der BITKOM die Gründung einer nationalen Biometrie-Initiative vor. „Die Biometrie-Plattform soll Politiker, Vertreter der Industrie, Wissenschaftler und Anwender an einen Tisch bringen“, sagt Broß. Die Plattform biete zum einen die Möglichkeit, rechtliche Themen wie den Datenschutz zu diskutieren. Zum anderen könnten die Teilnehmer technische Fragen der Standardisierung besprechen und Referenzprojekte anstoßen. „Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung einer international wettbewerbsfähigen Sicherheitsindustrie im Bereich Biometrie“, sagt Broß. Um den kommenden Marktanforderungen gerecht zu werden, müssten Konzerne und der Mittelstand stärker zusammenarbeiten, um große Lösungen realisieren zu können.

Zu den möglichen Aufgaben und der praktischen Umsetzung einer nationalen Biometrie-Plattform hat der BITKOM eine Studie erstellt, die im Internet unter http://www.bitkom.org/de/themen_gremien/26932_31470.aspx abgerufen werden kann.

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