BITKOM setzt sich für eine Versachlichung der Diskussion zum Jugendmedienschutz auf Grundlage realer Risiken jenseits der Medienberichterstattung über Einzelfälle ein
In letzter Zeit haben Medien über die Verbreitung nicht jugendgerechter Inhalte auf dem Schulhof berichtet, zum Beispiel von Videos mit gewalthaltigen Sequenzen über mobile Endgeräte. Dem folgten zahlreiche politische Vorschläge insbesondere aus den Ländern, die von generell voreingestellten Sperrungen von Übertragungswegen bei Handys (Bluetooth, Infrarot-Schnittstellen, MMS, Mobilfunkportale) über „Beipackzettel“ und Warnhinweisen, die Eltern auf mögliche jugendgefährdende Inhalte aufmerksam machen, und die Einrichtung spezieller Jugendmedienschutzhotlines bis zum generellen Nutzungsverbot von Kommunikations- und Speichermedien an Schulen reichen.
Die Medienlandschaft wird zunehmend komplexer, neue Fernseh- und Hörfunkprogramme sowie die rasante Entwicklung des Mobilfunks und Internets bieten neue Chancen und Möglichkeiten im Bildungs-, Informations- und Unterhaltungsbereich für alle gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen. Dabei sind die Inhalte selbst nicht neu – lediglich ihre Übertragungswege. Gleichzeitig verlangt die Entwicklung unseres Mediensystems immer umfangreichere Kenntnisse, um die neuen Angebote sinnvoll nutzen und die neuen Möglichkeiten voll ausschöpfen und mögliche Risiken erkennen zu können. Eine voreingestellte technische Sperrung von Übertragungswegen trägt dieser Entwicklung keine Rechnung und verdrängt mit vermeintlich einfachen Maßnahmen den Blick auf sachgerechte Lösungswege.
Der BITKOM begrüßt die Aktivitäten seiner Mitglieder zur Stärkung der Medienkompetenz beispielsweise an Schulen und unterstützt einen wirksamen Jugendmedienschutz in den neuen Medien, der auf mehreren Säulen fußt: internationale Kooperation, freiwillige und unabhängige Selbstkontrolle der Wirtschaft unter Nutzung technischer Schutzmechanismen sowie Förderung der Medienkompetenz, auch bei Eltern und Lehrern. Das ausführliche Positionspapier finden Sie hier zum Download.