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Reformen vorantreiben – den Mittelstand stärken

Das BITKOM-Mittelstandsprogramm skizziert die aktuelle Situation des ITK-Mittelstands, formuliert die aus Sicht des BITKOM notwendigen Handlungsfelder und liefert damit den Rahmen für die folgenden Fachdiskussionen zwischen ITK-Mittelstand und Politik. Im Mittelpunkt des Papiers stehen Maßnahmen, die bestehende Wachstumshindernisse beseitigen und die Standortbedingungen im Lande – nicht nur für den ITK-Mittelstand – verbessern.

Die mittelständischen ITK-Unternehmen haben 2007 von der anhaltend positiven konjunkturellen Entwicklung profitieren können und blicken optimistisch in die Zukunft. Die stark mittelständisch geprägten Marktsegmente Software und IT-Dienstleistungen weisen derzeit ein überdurchschnittliches Wachstum auf. Die positive konjunkturelle Entwicklung überdeckt allerdings auch einige strukturelle Probleme des ITK-Mittelstands, die sich wachstumsbegrenzend auswirken. In seinem Mittelstandsprogramm 2008 greift der BITKOM deshalb die Themen auf, die kleine und mittlere Unternehmen derzeit am meisten beschäftigen.

Zum inzwischen wichtigsten Wachstumshemmnis ist der Mangel an qualifizierten Fachkräften geworden. „Für 60 Prozent der ITK-Mittelständler ist der Fachkräfte­mangel ein großes oder sehr großes Problem“, erklärt BITKOM-Vizepräsident Heinz Paul Bonn. Der BITKOM fordert deshalb, einschlägige Studiengänge insbesondere in der Informatik und Ingenieurwissenschaften attraktiver und praxisnäher zu gestalten. Auch müssten die Hürden für ausländische Spitzenkräfte gesenkt werden. „Wir brauchen beides – eine bessere Ausbildung in Deutschland und eine gesteuerte Zuwanderung von Spezialisten.“

Aber auch andere wirtschaftspolitische Standortbedingungen wie aufgeblähte bürokratische Strukturen hemmen die positive Entwicklung des ITK-Mittelstands. Zudem hat sich die robuste konjunkturelle Entwicklung bislang noch nicht positiv auf die Gründungsdynamik im ITK-Sektor ausgewirkt.

Ein weiterer Schwerpunkt des BITKOM-Mittelstands­­programms 2008 ist die Unternehmensfinanzierung. „Auch kleine Unternehmen müssen günstige Kredite bekommen, wenn sie gute Zahlen vorweisen können“, nennt Vizepräsident Bonn eine Kern­forderung. Ein Ziel sei, neue Finanzierungs­instrumente wie Beteiligungskapital zu fördern. „Ein umfassendes Private-Equity-Gesetz muss hier die richtigen Anreize für Investoren setzen“, so Bonn. Ein einfacheres Steuersystem, Bürokratieabbau sowie ein besserer Zugang zu Forschungsförderung und öffentlichen Aufträgen sind weitere Mittelstands-Forderungen des BITKOM.

Der BITKOM begrüßt es, dass die Bundesregierung die Vorreiterrolle der Informations- und Kommunikationsbranche sowie die unternehmerische Leistung des deutschen Mittelstands für die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft anerkannt hat. Die in den letzten beiden Jahren angestoßenen Initiativen und Programme unterstreichen die hohe politische Priorität des Themas ITK für alle Wirtschaftszweige. Zur Halbzeit der Großen Koalition stimmen die in der Hightech-Strategie und in der Mittelstandsinitative skizzierten Maßnahmen und Aktivitäten zuversichtlich, dass sich die Rahmenbedingungen für den innovativen Mittelstand weiter verbessern werden. „Entscheidend wird sein, dass auch die zweite Halbzeit gut genutzt wird, um die Agenda der politischen Reformen schnell und adäquat anzugehen und um weitere Wachstumsimpulse zu setzen“, so das Fazit von Heinz Paul Bonn. „Der BITKOM bietet hier gern seine Hilfestellung an.“

BITKOM Mittelstandsprogramm 2008
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