Zum Jahreswechsel 2008/09 legte die EU-Kommission einen Aktionsplan zur Einführung intelligenter Verkehrssysteme in Europa vor. Dieser „ITS-Action-Plan“ dient der Strategiebestimmung und führt konkrete Maßnahmen für eine effiziente, sichere und umweltverträglichere Mobilität auf. Hieran knüpft der zeitgleich vorgelegte EU-Richtlinienentwurf an, der einen Rechtsrahmen für die umfassende Einführung und Nutzung intelligenter Verkehrssysteme in den Mitgliedstaaten vorsieht. Diese Richtlinie dient der europaweiten Koordinierung und sieht konkrete Vorgaben für die Gesetzgebung in den Mitgliedsstaaten vor. Im Laufe der Verabschiedung wurde die Richtlinie auf eine europäische Standardisierung von Telematiklösungen eingeschränkt. Ertico hat die Eckdaten der verabschiedeten Direktive Mitte August 2010 in einem Factsheet zusammengefasst. BITKOM stellt das hohe Potential und die Zweckmäßigkeit eines verbindlichen Rechtsrahmens für die Einführung von ITS-Systemen in den Vordergrund.
Im Zusammenhang mit kooperativen Fahrzeugsystemen - einem Thema, das sehr eng mit der ITS-Richtlinie zusammenhängt - hat die Europäische Kommission den Entwurf für einen Normungsauftrag erarbeitet. BITKOM unterstützt den Normungsauftrag für kooperative Systeme als wichtigen Bestandteil auf dem Weg zur Einführung und Nutzung intelligenter Verkehrstelematik. Da langwierige Standardisierungsprozesse ein hohes Investitionsrisiko darstellen und daher den Erfolg laufender Projekte und Entwicklungen gefährden, regt BITKOM an, einen frühzeitigen Projektplan für Ergebnisbereitstellung verbindlich in dem Normungsauftrag zu verankern sowie auf eine klare Aufgabenzuweisung zu achten. Die Basis-Anforderungen für kooperative Systeme sollten intermodal abgestimmt sein, um spätere Inkompatibilitäten zwischen den einzelnen Verkehrsträgern zu vermeiden.
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