Die Bundesregierung plant den Test einen neuen bundesweiten Alarmsystems für die Zivilbevölkerung, da die Wiedererrichtung eines flächendeckenden Sirenennetzes in der Bundesrepublik Deutschland nicht vorgesehen ist.
Wie die Bundesregierung mitteilte, gibt es derzeit bundesweit noch etwa 35.000 Sirenen mit unterschiedlichen technischen Standards. (1990 in Westdeutschland noch 80.000 Anlagen.) Eine zentrale Auslösung sei nicht möglich. Die Sirenen wurden nach dem Ende des Kalten Krieges den Kommunen zur Weiterbenutzung angeboten oder auf Kosten des Bundes abgebaut.
Es solle jetzt untersucht werden, welches Alarmierungssystem eine schnelle und effektive Alarmierung der Bevölkerung bei Naturereignissen, Störfällen oder Terroranschlägen gewährleisten könne. Dazu zähle die Möglichkeit, die Bevölkerung über das zur Steuerung von Funkuhren eingesetzte Signal DCF 77 zu warnen. Ein 2003 durchgeführter Feldversuch habe die Machbarkeit bewiesen.
Eine weitere Möglichkeit sei das so genannte Cellbroadcast, das in den Niederlanden bereits erfolgreich getestet worden sei. Bei diesem System werden Kurzmitteilungen mit Alarmierungs- und Verhaltenshinweisen an alle Mobiltelefone in einer Funkzelle gleichzeitig übermittelt. Ein Test dieses Systems in Deutschland soll im kommenden Jahr erfolgen. Beide Systeme seien Erfolgversprechende Übertragungsmedien für die Steuerung von Alarmierung und Warnung der Bevölkerung, so die Regierung.