BITKOM-Tipp

Nur jeder Dritte macht bewusste Internet- oder Handy Pausen

Berlin, 16. November 2010 - Nur die wenigsten nehmen Auszeiten von Internet und Handy. Jeweils zwei Drittel der Internet- und Handy-Nutzer machen nie oder fast nie bewusste Kommunikationspausen. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM ergeben. So legen 67 Prozent der Deutschen mit Webzugang keine Internetfreien Tage ein. Nur 13 Prozent tun dies häufig, weitere 18 Prozent gelegentlich. Ähnlich sieht es beim Mobilfunk aus: Eine große Mehrheit drückt nie oder fast nie den Aus-Knopf. Tagsüber bleiben 67 Prozent permanent auf Empfang. Lediglich 18 Prozent schalten am Tage häufig ab, weitere 14 Prozent gelegentlich.

Mehr als die Hälfte der Deutschen kann sich ein Leben ohne Internet und Handy nicht mehr vorstellen, ergab eine weitere Umfrage des Hightech-Verbandes. „Ob ständige Erreichbarkeit als Hilfe oder Belastung empfunden wird, hängt nicht nur von der Einstellung der Geräte, sondern ebenso von der persönlichen Einstellung und der Inanspruchnahme durch Arbeitgeber, Kunden und Geschäftspartner ab“, so BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. „An sich ist das Abschalten nicht schwer, aber viele befürchten, etwas zu verpassen.“ Diese Sorge sei oft unbegründet. „Zumindest im privaten Umfeld können die meisten Mails auch mit einem Tag Pause beantwortet werden, und Handys sorgen mit einer standardmäßigen Voicebox dafür, dass Informationen nicht verloren gehen.“ Wer sich auf wichtige Aufgaben konzentrieren will, solle Klingeltöne und E-Mail-Benachrichtigungen eine Zeitlang unbesorgt abschalten.

Tipps des BITKOM zur E-Mail-Kommunikation:
1. 24 Stunden Antwortzeit reichen – Ausnahmen je nach Job möglich.

2. Betreff mit Zusatz „Dringend“ versehen oder Kennzeichnung mit Ausrufezeichen wählen, wenn kurzfristige Antwort nötig.

3. Mit den Funktionen „CC“ und „Allen antworten“ nur Empfänger adressieren, die die Informationen in der E-Mail wirklich brauchen.

4. Benachrichtigung über neue Mails auf dem Bildschirm sowie akustische Signale abschalten, wenn Konzentration wichtig ist.

5. Filterregeln nutzen und weniger wichtige Mails nach Absender oder Stichwörtern in Unterordner leiten, die später bearbeitet werden. Das funktioniert auch mit Mails, die man in CC bekommt.

Tipps des BITKOM für den Umgang mit dem Handy:

1. Mit der Voicebox verpassen sie nichts. Aktivieren Sie den Anrufbeantworter und sprechen Sie eine persönliche Begrüßung auf.

2. Schalten Sie das Handy zwischendurch aus oder versetzen Sie es in den „Flug-Modus“, wenn vorhanden. Diese Funktion nützt nicht nur im Flieger, sondern auch bei wichtigen Besprechungen oder im Kino, wo auch der  Vibrationsalarm oder ein blinkendes Display stören. Dabei werden alle Funkverbindungen getrennt: Anrufe, SMS und E-Mails können nicht eingehen. Das Wiedereinschalten ist in wenigen Sekunden möglich, da es nicht notwendig ist, das Gerät komplett neu zu starten.

3. Rufumleitungen helfen, wenn Sie nicht gestört werden wollen, aber einen dringenden Anruf erwarten. Dann können der Partner, Familienmitglieder oder Kollegen Anrufe annehmen und Sie für wirklich dringende Gespräche ans Telefon holen.

4. SMS müssen nicht sofort beantwortet werden. Bis zu 24 Stunden sind okay, wenn nichts Dringendes anliegt. Meist lassen sich mehrere SMS-Ordner im Handy anlegen – das schafft Übersicht.
5. Nutzen Sie die „Push“-Funktion, bei der E-Mails immer sofort auf das Handy übertragen werden, nur, wenn Sie es wirklich brauchen. Wenn nicht: Rufen Sie Mails manuell ab, so bestimmen Sie den Zeitpunkt selbst.


Zur Methodik: Die Angaben zu Kommunikationspausen basieren auf einer Erhebung des Instituts Forsa für den BITKOM. Dabei wurden 1.000 Deutsche ab 14 Jahren im November 2010 repräsentativ befragt.

 

Presse-Ansprechpartner

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