ITK-Branche geht offensiv in die nächsten Jahre

  • BITKOM kündigt 2% Wachstum für 2004 an
  • 10-Punkte-Programm für Innovation, Wachstum und Beschäftigung
  • Berchtold: „Die ITK-Branche kann die gesamte Wirtschaft mitziehen“

Berlin, 23. September 2003. — Die Unternehmen der Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) gehen offensiv und mit neuem Selbstbewusstsein in die nächsten Jahre. Im Jahr 2004 soll der deutsche ITK-Markt um 2% wachsen. Etwa die Hälfte der Unternehmen rechnet bereits für 2003 mit steigenden Umsätzen. Einige Segmente wie Internet- und Onlinedienste legen zweistellig zu. Dies teilte der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) in Berlin mit. BITKOM-Präsident Willi Berchtold ist überzeugt, dass die ITK-Branche dank ihrer Innovationsfähigkeit das Potenzial besitzt, die gesamte deutsche Wirtschaft mitzuziehen. Wenn es gelänge, im Jahr 2005 ein Plus von 5% zu erreichen, könne man die Gesamtwirtschaft und Beschäftigung in Deutschland kräftig ankurbeln. Hierzu legte BITKOM in Berlin ein 10-Punkte-Programm vor. Es gibt Handlungsempfehlungen für notwendige Weichenstellungen für Innovation, Wachstum und Beschäftigung.

Berchtold forderte in diesem Zusammenhang eine auf Informationstechnik und Telekommunikation gestützte Innovationsoffensive in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Berchtold wörtlich: „Innovation ist der Wachstumsmotor unserer Wirtschaft. Innovation schafft neue Arbeitsplätze und sichert nachhaltiges Wachstum.“ Das Thema gehöre in das Zentrum der Reformagenda 2010 der Bundesregierung. BITKOM forderte die Politik außerdem auf, eine Vorreiterrolle zu übernehmen beim Einsatz neuer Informations- und Kommunikationssysteme. Dadurch ließen sich viele öffentliche Dienste, unter anderem das Bildungs- und Gesundheitswesen, effizienter gestalten, Kosten in Milliardenhöhe einsparen und die Technologieführerschaft Deutschlands auf diesen Gebieten international untermauern.

Berchtold: „Deutschland zum innovativsten Standort machen“

Mit dem Programm reagiert BITKOM unter anderem auf die Tatsache, dass das Thema Innovation bisher aus den Reformdebatten weitgehend ausgeklammert wurde. Es gehört laut Berchtold aber ins Zentrum jedes wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Aktionsplans für zusätzliche Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum. Innovationspolitik werde noch zu sehr auf Forschungspolitik verengt. Länder wie die USA, Finnland, Dänemark oder auch Irland hätten bewiesen, dass eine konsequente wirtschaftliche Ausrichtung auf neue Informations- und Kommunikationstechnologien Wachstum sichere. Die Voraussetzungen dazu seien in Deutschland gegeben: „Wir verfügen über eine der leistungsfähigsten Netz-Infrastrukturen und sind auf einigen zentralen Technologiefeldern weltweit führend“, so Berchtold. Über eine strategische Bündelung staatlicher und privater Investitionen könne die ITK-Wirtschaft ihre Rolle als Motor für Wachstum und Beschäftigung wieder ausspielen. Als konkrete Schritte schlug Berchtold Innovationsprogramme vor im Gesundheitswesen, dem Bildungssystem, den Sicherheitsbehörden und der öffentlichen Verwaltung. Die Wirtschaft stehe ihrerseits vor der permanenten Herausforderung, Innovationen nicht nur hervorzubringen, sondern auch zeitnah in marktfähige Produkte umzusetzen. Dazu gab der BITKOM-Präsident eine ehrgeizige Zielvorgabe: „Unsere Vision lautet: Deutschland ist im Jahre 2010 der innovativste Standort weltweit.“ Das Thema Innovation müsse über die Wirtschaft hinaus Eingang in alle politischen und gesellschaftlichen Debatten finden.

Ab 2004 wächst die ITK-Branche wieder

Für das laufende Jahr rechnet BITKOM in der ITK-Branche mit einer schwarzen Null. Die Umsätze sollen bei 131 Milliarden Euro liegen. Für das nächste Jahr wird ein Wachstum um 2% auf einen Gesamtumsatz von voraussichtlich 134 Milliarden Euro erwartet. Insgesamt sei die Branche gereift, erklärte Willi Berchtold. Zwar bewege man sich weiterhin in einem hoch volatilen Markt, doch würden die Ausschläge nach oben oder unten in Zukunft abflachen. Verglichen mit dem Wachstum Ende der neunziger Jahre, als mehrfach zweistellige Zuwachsraten in Folge zu verzeichnen waren, werde das Geschäft nun auf hohem Niveau zu einem erneuten Wachstumsschub ansetzen. Selbst im Krisenjahr 2002, betonte der BITKOM-Präsident, hätten die Umsätze aber noch gut 10% höher gelegen als im Boomjahr 1999.
In den einzelnen Segmenten schlägt sich der Wachstumskurs unterschiedlich nieder. Der Telekommunikations-Markt wird nach Einschätzung der BITKOM-Experten bis Ende 2003 ein Umsatzplus von 2% auf 65 Milliarden Euro verzeichnen, und für 2004 wird ein dreiprozentiges Wachstum auf rund 68 Milliarden Euro prognostiziert. Erstmals dürfte dann im nächsten Jahr die Mobilkommunikation mit 22 Milliarden Euro umsatzmäßig knapp vor der traditionellen Festnetztelefonie liegen — ein regelrechter Paradigmenwechsel in diesem Markt. Größte Wachstumstreiber mit Zuwächsen von rund 16% in diesem und 13% im nächsten Jahr sind laut BITKOM die Internet- und Online-Dienste. Gegenüber diesem starken Aufwärtstrend bei der Telekommunikation liegt der Markt für Informationstechnik zurzeit noch mit 2% im Minus. Jedoch rechnet BITKOM auch hier für 2004 mit der Trendwende und einem neuerlichen leichten Wachstum um 1% auf rund 66 Milliarden Euro.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) vertritt 1.300 Unternehmen, davon gut 700 als Direktmitglieder, mit ca. 120 Mrd. Euro Umsatz und etwa 700.000 Beschäftigten. Hierzu zählen Produzenten von Endgeräten und Infrastruktursystemen sowie Anbieter von Software, Dienstleistungen, neuen Medien und Content. Mehr als 500 Direktmitglieder gehören dem Mittelstand an. BITKOM setzt sich insbesondere für eine Verbesserung der ordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland, für eine Modernisierung des Bildungssystems und für die Entwicklung der Informationsgesellschaft ein.

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Tel.: 030.27576-110
Fax: 030.27576-400
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