BITKOM-Tipp

Jedes zweite Kind hat ein Handy

Berlin, 17. September 2009 - Jedes zweite Kind von 6 bis 13 Jahren hat heute ein Handy (52 Prozent). Für Jugendliche bis 19 Jahre ist ein Mobiltelefon inzwischen selbstverständlich: 95 Prozent sind unterwegs erreichbar. Das hat der BITKOM anlässlich des Kindertags mitgeteilt, der in vielen Bundesländern am 20. September gefeiert wird. Die Angaben basieren auf den aktuellen „KIM“- und „JIM“-Studien des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs). „Ob es um Verabredungen geht oder um Sicherheit auf dem Schulweg – für viele Kinder und ihre Eltern ist das Handy nicht mehr wegzudenken“, sagt BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer.

Junge Nutzer begeistern sich besonders für die Multimedia-Fähigkeiten moderner Mobiltelefone. „Niemand nutzt die Zusatzfunktionen von Handys so intensiv wie Kinder und Jugendliche“, erklärt Prof. Scheer. Rund 80 Prozent der 10- bis 17-jährigen Nutzer fotografieren mit ihrem Handy. Das zeigt eine neue Studie des Instituts Techconsult für BITKOM. Drei Viertel der jungen Nutzer hören Musik im MP3-Datenformat, und mehr als jeder zweite sieht sich Videos auf dem Mobiltelefon an.

Mit besonderen Angeboten und Tipps haben Mobilfunk-Anbieter auf die Bedürfnisse junger Kunden reagiert. Der BITKOM gibt einen Überblick, was Kinder und Eltern bei der Handynutzung beachten sollten:

1. Ein kindgerechtes Gerät aussuchen
Multimedia-Funktionen und schickes Design sind vielen Kindern und Jugendlichen wichtig. Damit punkten heute auch Handys der Einsteigerklasse. Wenn Eltern ein Mobiltelefon für ihren Nachwuchs auswählen, sollten sie auch auf die Bedienung achten: Für Handy-Neulinge ist eine übersichtliche Menüstruktur empfehlenswert – auch wenn viele Kinder schnell die technischen Möglichkeiten verstehen. Zahlreiche Geräte sind heute trotz vieler Funktionen gut zu bedienen. Einige Hersteller haben spezielle Kinderhandys im Angebot. Je nach Modell bieten sie eine Notruftaste oder lassen sich orten. Manche lassen sich so konfigurieren, dass nur Nummern von Eltern und Freunden gewählt werden können.

2. Den passenden Tarif wählen
Wenn die Kosten in einem festen Rahmen bleiben sollen, ist ein Prepaid-Tarif besonders geeignet. Dabei kaufen Kinder oder Jugendliche ein Handy-Guthaben, das vom Taschengeld bezahlt wird. Sie können so lange telefonieren, bis der Betrag verbraucht ist. Vorteil: Überraschend hohe Rechnungen sind ausgeschlossen. Erreichbar bleibt der Nachwuchs auch ohne Guthaben, und ein Notruf per 112 lässt sich ebenfalls gratis absetzen. Eine Alternative zu den Prepaid-Angeboten sind spezielle Kindertarife einiger Netzbetreiber und Provider. Dabei lassen sich teure Sondernummern sperren oder die Eltern sind gratis erreichbar. Kinder und Eltern sollten den Tarif gemeinsam auswählen, denn er sollte zum Nutzungsverhalten passen. Manche junge Nutzer telefonieren lieber, andere bevorzugen SMS oder möchten per Handy Web-Dienste nutzen.

3. SMS und MMS sinnvoll einsetzen
SMS sind die beliebteste Zusatzfunktion – 100 Prozent der jungen Handy-Nutzer tippen Kurznachrichten. Viele nutzen dabei Abkürzungen: So steht „bg“ für „breites Grinsen“, „gn8“ für „gute Nacht“ und „bbb“ für „bye, bye, baby“. Eine kurze Info an Freunde per SMS ist praktisch und günstig. Längere Absprachen sind aber als Gespräch oft billiger. Für Aufklärung sorgt die Preisliste des eigenen Handyanbieters – sie hilft, die richtige Kommunikationsform zu wählen. Das gilt auch für Multimedia-Nachrichten (MMS), mit denen zum Beispiel Fotos verschickt werden können. Sie kosten deshalb mehr als eine reine Textmitteilung. „Kinder können lernen, hier selbst Prioritäten zu setzen“, sagt BITKOM-Präsident Scheer. „Dabei helfen die Infos der Netzbetreiber und Gespräche mit den Eltern.“ Außerdem: Vorsicht, wenn unerwartet eine SMS von Unbekannten kommt, vor allem bei ungewöhnlichen Vorwahlen (z.B. 0137 oder aus dem Ausland). Solche Mitteilungen immer ignorieren – es könnten sich trickreiche Abzocker dahinter verbergen, die zu teuren Rückrufen oder kostspieligen SMS-Chats verleiten wollen.

4. Kostenkontrolle bei Klingeltönen und Musik-Downloads
Viele Jugendliche begeistern sich für die neuesten Hits und wollen sie als Klingelton oder MP3-Datei auf dem Handy abspielen. Zahlreiche Unternehmen bieten Songs zum Download an – per SMS oder über einen mobilen Internet-Zugang. Junge Nutzer sollten die Angebote zuerst gründlich vergleichen – und dann bewusst entscheiden, ob sie einen einzelnen Klingelton bestellen wollen oder ein längerfristiges Abo. Seit Oktober 2006 sind Klingelton-Abos der maßgeblichen Anbieter besonders leicht kündbar: einfach per SMS. Darauf haben sich rund 30 Unternehmen in einer Selbstverpflichtung geeinigt. Vor Abschluss eines Abos senden sie zudem eine SMS, die nochmals den Preis nennt. Erst nach einer Bestätigung durch den Nutzer kommt das Abo zustande. So wird sichergestellt, dass sich Jugendliche über die Kosten im Klaren sind. Seit 2007 gibt es dazu auch eine gesetzliche Regelung.

5. Handy vor Missbrauch schützen
Wenn das Handy verloren geht oder gestohlen wird, soll damit niemand telefonieren können. Empfehlung: Einen PIN-Code aktivieren, der nicht allzu einfach ist. Das Handy sollte die PIN oder einen so genannten Sicherheitscode auch abfragen, wenn die SIM-Karte gewechselt wird. Dann kann es niemand mit einer anderen Karte nutzen. Im Fall eines Diebstahls sollte man nicht nur die Polizei informieren, sondern zuerst den Netzbetreiber. Er kann die SIM-Karte sperren. Tipp: Die Seriennummer des Handys (IMEI) notieren, die mit der Tastenkombination *#06# abgefragt werden kann. Dann kann das Gerät dem Eigentümer zugeordnet werden, wenn es wieder auftaucht.

 

Presse-Ansprechpartner

Maurice Shahd

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